Möchten Sie Ihre Degus artgerecht & naturnah halten? Erfahren Sie hier alles über die quirligen Bergsteiger aus Chile und ihr faszinierendes Wesen. Wir zeigen Ihnen in unserem kompakten Ratgeber, worauf es bei der artgerechten Haltung dieser sozialen Nager wirklich ankommt. Degus sind äusserst aktive und intelligente Tiere, die ganz spezifische Bedürfnisse an ihren Lebensraum und vor allem an ihre Ernährung stellen.
Der chilenische Degu stammt ursprünglich aus den kargen Strauchsteppen und Halbwüsten der Anden. Als typische Vertreter der Trugratten besitzen sie kräftige Krallen, die ideal zum Klettern auf Felsen sowie zum Graben tiefer Bauten geeignet sind. Zudem nutzen sie ihren langen Schwanz mit der markanten Quaste am Ende als wichtiges Balancierorgan bei ihren Sprüngen. Infolgedessen benötigen sie im Gehege eine abwechslungsreiche Struktur mit vielen Etagen, Ästen und Steinen, um ihren enormen Bewegungsdrang auszuleben.
Das komplexe Leben in unterirdischen Gängen und auf Felsen:
In der freien Natur leben Degus in weitverzweigten Gangsystemen unter der Erde, die sie oft in grossen Kolonien bewohnen. Ein solcher Bau besteht aus mehreren Vorratskammern und weich gepolsterten Nestbereichen. Interessanterweise sind sie jedoch auch hervorragende Kletterer, die den Tag oft über der Erde auf Sträuchern verbringen. Da Degus auch in Heimtierhaltung extrem grabfreudig sind und gleichzeitig die Höhe lieben, empfehlen Experten ein Gehege, das sowohl eine tiefe Einstreuzone (mind. 20–30 cm) als auch eine grosse Kletterhöhe bietet.
Ein entscheidender Punkt bei jeder Info zu Degus ist ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Degus sind hochsoziale Kolonietiere und dürfen daher niemals allein gehalten werden. In der Natur leben sie in festen Familienverbänden und kommunizieren über komplexe Pfeiflaute. Für die Heimtierhaltung hat sich laut Züchter die Haltung von gleichgeschlechtlichen Gruppen ab mindestens 2 bis 3 Tieren am besten bewährt. Schliesslich führt ein stabiles Gruppenfüge dazu, dass die Tiere weniger Stress empfinden, weshalb soziale Interaktion für ihre Gesundheit unerlässlich ist.
Üblicherweise zeigen Degus über den Tag verteilt mehrere Aktivitätsphasen, wobei sie besonders morgens und abends sehr munter sind. Da ihre natürliche Heimat extrem karg ist, ist ihr Körper nicht auf Zucker oder Stärke ausgelegt (hohe Diabetesgefahr!). Das Futter von Nager’s Wiesenbackstube erweist sich als ideal, weil wir konsequent auf zuckerfreie und getreidefreie Zutaten setzen. Somit unterstützen wir eine gesunde Verdauung und beugen Übergewicht vor, damit Ihre flinken Freunde lange vital bleiben.
Beobachtungstiere mit eigenem Rhythmus:
Degus sind faszinierende Beobachtungstiere, die einen ganz eigenen Lebensrhythmus besitzen. Im Gegensatz zu rein nachtaktiven Nagern sind sie primär tagaktiv, wobei sie über den gesamten Tag verteilt mehrere intensive Wachphasen zeigen. Dennoch sollte die Standortwahl des Geheges gut überdacht werden, da Degus durch ihr leidenschaftliches Nagen und ihre zwitschernden Pfeiflaute auch nachts durchaus laut werden können. Infolgedessen ist ein Platz ideal, an dem die Tiere ihren Rhythmus voll ausleben können, damit sowohl die Halter als auch die flinken Bergsteiger entspannt durch den Tag kommen.
Was empfiehlt sich für ein stabiles Gängesystem?
Als erste Wahl für ein stabiles Gängesystem bei Degus empfehlen wir ganz klar Cosy-Flocken. Diese sind besonders staubarm und bieten den selbst gegrabenen Tunneln einen hervorragenden Halt. Zudem eignen sich grobflockige, weiche Holzspan-Einstreuarten wie «Pfeifer» oder «Allspan» sehr gut als Ergänzung, da sie die Feuchtigkeit im Gehege optimal binden. Damit die Gänge wirklich stabil bleiben, sollte die Einstreu beim Einfüllen Schicht für Schicht stark angedrückt werden.
Um das Gehege noch authentischer zu gestalten, können Sie zwischen die einzelnen Einstreuschichten feine Ästchen, Stroh und Heu einarbeiten. Dadurch ahmen Sie die natürliche Struktur des Bodens mit seinen verwinkelten Wurzeln und Stielen perfekt nach, was den Degus beim Tunnelbau zusätzlichen Halt bietet. Zudem animiert diese abwechslungsreiche Schichtung die Tiere zum verstärkten Nagen und Entdecken, da sie sich wie in ihren heimischen Anden-Bauten durch verschiedene Materialien graben müssen. Infolgedessen wird das Gehege zu einem echten Abenteuerspielplatz, weshalb Ihre Schützlinge geistig und körperlich optimal ausgelastet bleiben.
Entgegen der veralteten Annahme, man müsste das Gehege regelmässig komplett „misten“, reinigt man im Idealfall nur die Stellen, die wirklich verschmutzt sind. Da Degus eine karge Kost geniessen und effiziente Verwerter sind, produzieren sie im Vergleich zu Meerschweinchen eher wenig Urin. Infolgedessen vertrocknet dieser oft ohne starke Geruchsbildung. Einige Tiere bevorzugen feste Pinkelecken auf den Holzetagen, während andere direkt in den Badesand urinieren. Daher reicht es völlig aus, nur diese betroffenen Stellen bei Bedarf zu entfernen.
Geeignete Reinigungsmittel für Nager:
Falls eine Reinigung nötig ist, sollten die Mittel keinesfalls ätzend sein. Dennoch müssen sie in der Lage sein, Urinstein effektiv zu lösen, ohne die empfindlichen Atemwege der Degus zu reizen. Hier empfiehlt sich unser bewährtes Pinol, welches Sie direkt in unserem Shop erwerben können. Schliesslich sorgt eine punktuelle Reinigung dafür, dass die wichtigen Duftmarkierungen der Gruppe erhalten bleiben, sodass der Stress für Ihre Tiere minimiert wird und die soziale Harmonie gewahrt bleibt.
Der natürliche Bewegungsdrang und das Laufrad:
Auch Degus legen in ihrer bergigen Heimat Chile jede Nacht enorme Strecken zurück. Deshalb besitzen unsere flinken Heimbewohner noch immer diesen ausgeprägten Bewegungsdrang. Ein geeignetes Laufrad bietet den Tieren eine wichtige Auslastung, hält sie fit und lässt sie geistig nicht verkümmern. Jedoch sollte das Rad bei instabilen Gruppen nur unter Beobachtung angeboten werden, da es bei Degus zu heftigen Streitigkeiten führen kann, wenn die Ressource zu stark beansprucht wird. Infolgedessen ist ein Laufrad eine wertvolle Ergänzung zur Gehegeeinrichtung, wobei wir für diese kräftigen Nager eine Lauffläche von mindestens 33 bis 40 cm Durchmesser empfehlen, damit die Wirbelsäule beim Laufen absolut gerade bleibt.
Als Bewohner karger Regionen pflegen Degus ihr Fell intensiv durch ein tägliches Bad im Sand. Ein Sandbad mit feinem Acapulcosand ist deshalb für die tägliche Hygiene und den Stressabbau absolut unverzichtbar. Da der Sand überschüssiges Fett aus dem Fell aufnimmt, bleibt dieses gesund und flauschig. Wir empfehlen, die Sandbäder in stabilen Glas- oder Keramikgefässen anzubieten, da Degus Holzhäuschen nicht nur annagen, sondern durch das Markierverhalten auch schnell geruchsintensiv machen.
Vorsicht bei der Sandwahl und alternative Bademöglichkeiten:
Bitte verwenden Sie niemals Bausand oder Vogelsand mit Muschelgrit. Denn diese scharfen Partikel schädigen die empfindliche Haut und das Fell der Degus. Zusätzlich können Sie Buddelboxen mit Korkschrot oder Maisspindelgranulat anbieten, um für Abwechslung zu sorgen. Eine grosse Auswahl an artgerechtem Zubehör finden Sie direkt bei uns im Shop. Schliesslich fördert diese Vielfalt die Neugier und das Wohlbefinden Ihrer chilenischen Bergsteiger.
Der natürliche Nagetrieb und Zahnabrieb bei Nager:
Degus besitzen Zähne, die ein Leben lang kontinuierlich nachwachsen, weshalb ein ausgiebiger Nagetrieb für diese Tiere kein Zeitvertreib, sondern eine biologische Notwendigkeit zur Zahnpflege ist. Zudem dient das Zernagen von harten Materialien dem lebenswichtigen Abrieb der Schneidezähne. Daher sollten Sie Ihren Schützlingen stets genügend geeignetes Nagematerial im Gehege zur Verfügung stellen, damit Zahnfehlstellungen gar nicht erst entstehen können.
Wir, sowie erfahrene Nager Züchter mit Herz, empfehlen für diesen Zweck frische oder getrocknete Zweige von ungespritzten Obstbäumen oder Haselnusssträuchern. Zusätzlich eignen sich Korkröhren, Rebholz und dicke Pappe hervorragend zum Schreddern. Da Degus extrem kräftige Kiefer und einen unbändigen Nagetrieb besitzen, verwandeln sie selbst hartes Holz innerhalb kurzer Zeit in kleine Späne. Dadurch bauen die Tiere nicht nur ihre Zähne ab, sondern beschäftigen sich stundenlang mit der Umgestaltung ihres Reviers.
Neben der Zahnpflege erfüllt das Nagen auch eine wichtige psychische Funktion für Ihre chilenischen Bergsteiger. Infolgedessen dient das Bearbeiten von Gegenständen dem Stressabbau und beugt Langeweile im Gehege vor. Obwohl Degus sehr aktiv beim Klettern sind, verbringen sie einen Grossteil ihrer Wachphase mit dem Zerkleinern von dicken Ästen und Wurzeln. Schliesslich fördert diese natürliche Beschäftigung die Vitalität, sodass Ihre Tiere geistig sowie körperlich voll ausgelastet bleiben.
Sicherheitshinweise beim Nagematerial:
Bitte achten Sie darauf, dass keine harzenden Hölzer oder chemisch behandelte Materialien verwendet werden. Denn ätherische Öle oder Lacke können die empfindlichen Atemwege sowie die Verdauung der Degus schädigen. Deshalb setzen wir bei unseren Produkten in der Wiesenbackstube ausschliesslich auf naturbelassene Rohstoffe aus der Schweiz. Somit können Sie sicher sein, dass Ihr Nagetier völlig gefahrlos an seinen Leckereien und Ästen knabbern darf.
Wasserversorgung und Hygiene im Gehege:
Auch wenn diese flinken Nager aus kargen Regionen stammen, muss stets ein frisches Wasserschälchen oder eine Trinkflasche angeboten werden. Das Wasser muss zudem immer sauber sowie frei von Einstreu oder Kot sein. Infolgedessen empfiehlt es sich, die Wasserstelle auf einer erhöhten Ebene oder einem flachen Stein zu platzieren, sodass die Hygiene im Gehege gewahrt bleibt.
Unsere wohlriechenden Blattgrünmischungen, Blüten und Körnchengold enthalten alles, was Degus für ihren hochenergetischen Alltag benötigen. Anstatt nur ein Futterschälchen zu nutzen, sollten Sie das Futter grossflächig im gesamten Gehege verstreuen. Denn das Suchen und Sammeln entspricht ihrem natürlichen Instinkt und bietet eine wichtige tägliche Beschäftigung. Zudem verhindert das weite Verteilen unnötigen Futterneid, da jedes Tier an einem anderen Ort fündig wird, weshalb Stress in der Gruppe effektiv vermieden wird. Sollte es dennoch zu Stress in der Gruppe führen, einfach das Futter an einen «Haufen» kippen um in der Gruppe fressen zu können.
Zusätzliches Erlebnisfutter wie Flachs, verschiedene Hirsearten oder Kräuterbüschel bietet den Tieren das Gefühl einer naturnahen Futtersuche. Ebenso sind Ähren direkt vom Feld oder getrocknete Blätter eine wunderbare Art, den flinken Nagern beim „Ernten“ zuzuschauen. Da Degus sehr neugierig sind, fördert diese Abwechslung nicht nur die Vitalität, sondern stärkt auch die Bindung zwischen Mensch und Tier, weshalb wir in der Wiesenbackstube auf maximale Vielfalt setzen.
Frisches Gemüse und Kräuter können Sie regelmässig anbieten, wobei Sie bei Degus unbedingt auf zuckerarme Sorten achten müssen (alles weisse und grüne Gemüse, ausser Kohl, ist ok). Dadurch stellen Sie sicher, dass der empfindliche Blutzuckerspiegel stabil bleibt, da diese Tiere extrem anfällig für Diabetes sind. Wichtig ist zudem, dass die Frischfutter-Gabe stetig erfolgt, damit sich die Verdauung an die Kost gewöhnen kann. Infolgedessen sollten Sie vor allem auf blättriges Grün und Kräuter setzen und Obst wegen des Fruchtzuckers komplett meiden.
Obwohl diese Nager sehr aktiv sind, sollten Leckerli nur gezielt eingesetzt werden. Trotzdem kann man gesunde Belohnungen wie Wildkräuter-Herzen, Kräuterpäckli oder auch eine Schredderbox reichen, welche auch die körperliche Leistung abverlangt. Schliesslich hoffen wir, dass Ihre kleinen Familienmitglieder mit diesen Tipps lange gesund bleiben. Somit steht einer glücklichen gemeinsamen Zeit in Ihrer Obhut nichts im Wege.
Noch mehr spannende Fakten über die süssen Flitzer finden Sie hier: http://www.diebrain.de/re-index.html
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